Dübjohann Ladengeschäft in GrevenHerr Dübjohann, herzlich willkommen zu diesem Interview und danke für Ihre Zeit. In Greven kennt man Sie als Unternehmer und Inhaber des Ladens in der Saerbecker Straße. Was zeichnet Ihr Unternehmen aus?

Benedikt Dübjohann: Zu nennen ist sicherlich, dass wir ein familiengeführtes Unternehmen, mittlerweile in fünfter Generation und seit über 100 Jahren an diesem Standort sind. Unser Schwerpunkt ist auf die persönliche und individuelle Beratung abgestimmt. Als besondere Dienstleistung kann ich herausstellen, dass wir z.B. neben Lotto, in Richtung Schule „Füllerführerscheine“ anbieten und unsere Kunden explizit in der Auswahl ihrer Büro- und Schreibwarenartikel unterstützen. Wir veranstalten besondere Events rund um unsere Genussmittel Zigarren und Spirituosen. Also, es gibt die unterschiedlichsten Gründe, uns hier zu besuchen und sich von uns überraschen zu lassen.

Darf man auch zum Probieren einer Zigarre bei Ihnen im Laden vorbeischauen, ohne schon ein Kenner zu sein?

Benedikt Dübjohann: Auf jeden Fall, wir nehmen uns gern die Zeit, alles zu zeigen und umfassend zu beraten. Unsere Kunden haben die Möglichkeit auch auszuprobieren, zum Beispiel das Anschneiden. Wir demonstrieren auch, wie die Zigarre optimal entzündet wird und welche Rituale traditionell dabei gepflegt werden.

CAPA FLOR Mood Cigarren von Kohlhase & KoppWenn wir gerade beim Thema Zigarren sind, rauchen Sie denn selbst Zigarren?

Benedikt Dübjohann: Zu selten, aber ich gönne mir ab und an eine genussvolle Zigarre am Wochenende, wenn ich die Ruhe dazu finde.

Haben Sie Favoriten, was Zigarren angeht?

Benedikt Dübjohann: Ich habe eine ganze Zeit gebraucht, um mir letztendlich Favoriten aus diesem großen Klimaschrank, den wir hier haben, zusammenzustellen. Ich habe über die Anbaugebiete Dominikanische Republik, Honduras und Nicaragua letztendlich bei den Kubanern meine eigentlichen Favoriten gefunden.

Die Kubaner gelten als starke und geschmacksintensive Zigarren, anders als beispielsweise die Brasilianischen.

Benedikt Dübjohann: Das ist richtig. Deswegen meinte ich zuvor, dass ich mich mehr oder weniger durchprobiert habe, um für mich festzustellen, welche Zigarren schließlich favorisiert in Frage kommen. Diese Empfehlung sprechen wir natürlich gerade Neukunden bzw. denjenigen aus, die anfangen, sich diesem Thema zu widmen und sich die ersten handgerollten, handgemachten Zigarren kaufen möchten. Ein vernünftiger Einstieg ist hier immer, bei den etwas weniger kräftigen Formaten bzw. Zigarren anzufangen. Die Dominikanische Republik bietet eine Fülle von Marken, um den Einstieg in das Thema Zigarre erst einmal zu finden. Und mit der Zeit kann sich dann jeder über die unterschiedlichsten Zigarren aus den verschiedenen Herkunftsländern zu seinen Favoriten durchprobieren.

Wir haben ja auch einen Blog auf der Webseite zu dem Thema, wo man auch etwas über Longfiller und Shortfiller erfährt.

Benedikt Dübjohann: Shortfiller besagt, dass es sich um maschinell hergestellte Zigarren handelt. Diese kommen aus unserem Produktangebot hauptsächlich aus Deutschland. Das Besondere bei den Longfillern ist, dass es meistens handgemachte, handgerollte Zigarren sind. Der wesentliche Unterschied ist, dass wir hier über die Verarbeitung von Tabakblättern sprechen. Die drei Hauptbestandteile, die Einlage, das Umblatt und das Deckblatt sind jeweils aus ganzen Tabakblättern und werden somit zum Longfiller  gerollt.

Das ist dann eine Zigarre, während Shortfiller in der Regel Mischungen sind, oder?

Benedikt Dübjohann: Die Shortfiller können, müssen aber nicht aus Mischungen bestehen. Es ist aber häufig der Fall, das ist richtig. Hier ist es so, dass verschiedene Tabake aus einem  jeweiligen Anbaugebiet gehäckselt und kleingeschnitten und dann zu einer Zigarre oder einem Zigarillo verarbeitet werden. Also, die unterschiedlichsten Tabaksorten aus jeweils einer Region, wie etwa Sumatra oder Brasilien, können in diesen Produkten verarbeitet sein.

Münsterländer Lagerkorn der Feinbrennerei SasseSie sind unternehmerisch nicht nur Ladeninhaber.

Benedikt Dübjohann: Mein Tätigkeitsfeld sieht so aus, dass ich neben den normalen Aufgaben, die ich hier im Ladenlokal zu bewerkstelligen habe, zusätzlich noch freier Mitarbeiter der Feinbrennerei Sasse (Schöppingen) bin. Sasse ist ein Spirituosenhersteller für regional hochwertige Produkte. Beispielhaft stehen der Lagerkorn, der Cigar Spezial oder der Münsterländer Aperitif. Meine Aufgabe bei der Firma Sasse besteht darin, dass ich hauptsächlich die gehobene Hotellerie und Gastronomie mit diesen und anderen Produkten betreue. Getränkefachgroßhändler und ausgesuchte Märkte besuche und berate ich ebenfalls regelmäßig. Der Aktionsradius ist mittlerweile über den Kreis Steinfurt hinaus, bis nach Münster in den Kreis Warendorf und sogar bis in den Osnabrücker Raum gewachsen.

Ihre Webseite hat jetzt auch einen Unterpunkt, der sich speziell mit Greven beschäftigt, was gefällt Ihnen denn am meisten an der Stadt?

Benedikt Dübjohann: Es ist eine sehr lebenswerte Stadt. Greven ist von der Einwohnerzahl betrachtet noch recht übersichtlich, auch wenn es deutlich über 35.000 Einwohner sind. Das Schöne an Greven ist, dass wir einen zentralen Kern im Mittelpunkt haben, in dem sich sehr viel abspielt. Gute Einkaufsmöglichkeiten, das gastronomische Angebot, oder der im Sommer saisonale Beach an der Ems laden ein. Es gibt vielseitige kulturelle Möglichkeiten, die man hier nutzen kann, sodass wir – obwohl Münster nur einen Steinwurf entfernt ist – sehr viel in Greven bewegen können. Bezogen auf  unser Ladenlokal, freuen wir uns über unsere langjährigen Stammkunden. Und das ist für uns das Signal, dass wir hier einen guten Job machen.

Man trifft sich, man kennt sich. Wo trifft man Sie denn in Greven, wenn man abends unterwegs ist? Spielen Sie Fußball?

Benedikt Dübjohann: Eine Leidenschaft von mir ist sicherlich das Kartenspielen. Ich bin leidenschaftlicher Doppelkopfspieler und habe zwei Doppelkopfclubs, in denen ich regelmäßig aktiv bin. Über unsere Kinder, besonders über unseren jüngsten Sohn, bin ich auch so ein bisschen mit dem Fußball verbunden. Sein Team und er versuchen den SC Greven 09 an die Spitze zu schießen. Wenn wir die Zeit finden, unterstützen wir ihn natürlich am Sportplatz.

Benedikt DübjohannWas würden Sie sich denn für Greven während der nächsten Jahre wünschen, was müsste noch entstehen, was müsste sich verändern? Oder sind Sie unterm Strich glücklich damit, wie es momentan ist?

Benedikt Dübjohann: Die Frage muss man zunächst rückblickend betrachten. Es hat sich in den letzten Jahren schon einiges verändert. Ich denke da beispielsweise an den Grevener Beach. Es wird zukünftig in der Innenstadt noch einige Veränderungen geben. Jüngst entstanden, ein zweiter lebenswerter Platz, der sogenannte Niederort. Insofern versucht man, die Stadt seitens der Politik noch ein bisschen freundlicher und lebhafter zu gestalten. Wenn die Ziele, die man sich dort gesetzt hat, kontinuierlich umgesetzt werden, dann gewinnt Greven sicherlich noch mehr.

Noch einmal eine Frage zu Ihrer Firma: Wie viele Angestellte haben Sie? Ist das ein Einzelunternehmen?

Benedikt Dübjohann: Wir sind eine klassische GmbH. Aber anzusehen und zu erleben als Familienbetrieb. Meine Frau, unser Mitarbeiterteam und ich halten die Fahnen hoch. Wir sind anerkannter Ausbildungsbetrieb und unser jetziger Auszubildender ist momentan im zweiten Lehrjahr.

Wenn jemand Interesse an einer Ausbildung hätte, wie tritt der am besten mit Ihnen in Kontakt?

Benedikt Dübjohann: Das Einfachste ist letztendlich das klassische Bewerbungsverfahren. Aufgrund der Tatsache, dass wir jetzt in den sozialen Netzwerken über das Internet eine Präsenz haben, ist es sicherlich denkbar, auch hier einen Hinweis zu schalten. Vieles läuft hier auch noch über mündliche Kommunikation.

Zum Thema Genuss und Essen: Kochen Sie selbst?

Benedikt Dübjohann: Nein. Da würde ich mich in ein Fettnäpfchen setzen, aus dem ich nicht mehr herauskäme. Sie müssen das anders formulieren. Fragen Sie mich lieber, ob ich gerne esse.

Einverstanden. Formulieren wir es um: Was essen Sie denn gerne?

Benedikt Dübjohann: Ich bekenne mich ganz klar als Fleischesser und mag es sehr gerne, mich hier beim Italiener oder auch ganz klassisch rustikal in den Grevener Restaurants diesbezüglich verwöhnen zu lassen. Bestimmte Restaurants möchte ich gar nicht empfehlen. Wir haben eine Menge Möglichkeiten hier in Greven, auch in den Außenbereichen, bei den sogenannten Ausflugslokalen, genau dieser Leidenschaft nachzugehen.

Kommen wir zur Fußball-WM, die ja jetzt ansteht. Was denken Sie, wie weit kommt die deutsche Mannschaft?

Benedikt Dübjohann: Deutschland wird sicherlich eine entscheidende Rolle in dem Turnier spielen. Ich hoffe, dass wir souverän die Vorrunde überstehen werden und dass wir mit Glück und Finesse auch über das Achtelfinale und das Viertelfinale bis ins Halbfinale kommen werden. Dann ist es davon abhängig, welcher Gegner uns eventuell die Tür auf- bzw. zuwirft, ob wir ins Finale kommen.

Grevener BeachTrifft man Sie denn auch beim Grevener Beach beim Public Viewing?

Benedikt Dübjohann: Das ist auf jeden Fall mit eingeplant. Die Spiele der deutschen Nationalmannschaft sind gerade in der Vorrunde recht angenehm, was die Übertragungszeiten betrifft. Und darum haben wir uns fest vorgenommen, mit der Familie dieses Event zu nutzen.

Danke für das Interview, Herr Dübjohann.

Die Fragen stellten Philip Zipfel und Tobias Clemens Häcker.